Dorn-”Therapie”?
Nicht mit uns!

Liebe Besucher dieser Web-Site,

in letzter Zeit kommt es regelmäßig vor, dass sich Patienten bei uns erkundigen, ob auch die sog. “Sanfte Wirbelsäulen-Therapie nach Dorn” von uns praktiziert wird. Einmal ganz davon abgesehen, dass wir uns als Angehörige eines staatlich geprüften und anerkannten Heilberufes mit der Anwendung solch fragwürdiger Methoden strafbar machen würden, zählt die Dorn-Methode schon allein aufgrund fachlicher Überzeugung nicht zu unserem Leistungsangebot. Sie sollte auf den Personenkreis beschränkt bleiben, der meint, als Heilpraktiker auf derlei Methoden zurückgreifen zu müssen.

 

    Wir lehnen die Anwendung dieser Methode aus folgenden Gründen ab:

    Die Dorn-Methode - lange Zeit völlig unbekannt - verdankt ihren Bekanntheitsgrad vor allem einem außerordentlich geschickten Marketing im Fernsehen. Allen voran Fernsehpfarrer Jürgen Fliege präsentierte die Methode innerhalb kürzester Zeit gleich drei mal in seiner Talk-Show, wobei er sich voll des Lobes zeigte und hierdurch den Dorn-”Therapeuten” den Weg für eine erfolgreiche Vermarktung Ihrer Methode ebnete. In diesem Zusammenhang dürfte interessant sein, dass Pfarrer Jürgen Fliege zugleich als Redner auf Veranstaltungen der Dorn-Anwender auftritt. Ob er dies wohl ehrenamtlich tut? Dem TV-Treiben von Herrn Pfarrer Fliege wurde zum Glück inzwischen von den Fernsehverantwortlichen ein Ende gesetzt und die nach ihm benannte Trivial-Talkshow abgesetzt. Die Nachfrage nach der Dorn-Methode scheint indes nach dieser werbewirksamen TV-Manipulation noch immer ungebrochen, denn die Anwender der Dorn-Methode erfreuen sich nach wie vor eines großen Zulaufs. Waren es anfangs überwiegend Heilpraktiker und selbsternannte Wunderheiler, die sich der Methode bedienten, haben längst auch geschäftstüchtige Angehörige seriöser medizinischer Heil- und Heilhilfsberufe die Dorn-Methode als gewinnversprechende Einnahmequelle für sich entdeckt.

    Grundlage der Dorn-Methode sind die vom Sägewerksbesitzer Dieter Dorn propagierten Techniken zur Mobilisation bewegungsgestörter Gelenke, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule. Laut einer Veröffentlichung von Wikipedia (Link) soll die Methode an Chiropraktik erinnern und auch Elemente der Meridianlehre der traditionellen Chinesischen Medizin einbeziehen. Laut Dorn führt das moderne Leben zu Bewegungsmangel, Fehlbelastungen und letztlich zu Fehlstellungen der Wirbelsäule und des Beckens. Dies sei Ursache der meisten Rückenprobleme, aber auch zahlreicher anderer Beschwerden. Die Dorn-Methode ist eine Methode, die nach eigenen Angaben behandlungsbedürftige Beinlängendifferenzen korrigiert und Wirbel, die sich laut Dorns Lehre in einer falschen Position befinden, ohne mechanischen Druck durch den Behandler einrichtet. Soweit auszugsweise die Darstellung von Wikipedia. Hierbei muss vor allem der Aussage “ohne mechanischen Druck” widersprochen werden, denn zum Teil verwenden Dorn-Anwender sogar Holzwerkzeuge, wenn es ihnen allein mit Daumendruck nicht gelingt, einen angeblich aus seiner Position herausgesprungenen Wirbel zu korrigieren.

    Die Dorn-Methode sieht die Ursache der meisten Rückenschmerzen in einem Beckenschiefstand in Folge eines angeblich aus der Gelenkpfanne um bis zu vier cm herausgerutschten Hüftgelenkes. Diese Vorstellung ist anatomisch-physiologisch absurd. Wäre dies tatsächlich zutreffend, würden sich die betroffenen Patienten vor Schmerzen schreiend am Boden wälzen und sicherlich nicht zu Fuss und aus eigener Kraft einen Behandler aufsuchen können. Auch andere Vorstellungen der Dorn-Anwender, wie etwa die Theorie vom seitlich aus der Wirbelsäule herausgesprungenen Wirbel zeugen bestenfalls von fundamenteller Unkenntnis der menschlichen Anatomie, nicht jedoch von medizinischem Sachverstand. Nicht weniger unsinnig ist die von vielen Dorn-Anwendern mit der Dorn-Methode kombinierte sog. Breuss-Massage. Hierbei wird den rückengeplagten Patienten Johanniskrautöl einmassiert, welches angeblich ins Innere der Bandscheiben diffundieren soll, um diese so von innen heraus vor dem Austrocknen zu schützen. Angesichts solcher Theorien können Fachleute nur mit dem Kopf schütteln. Leichtgläubige Patienten ohne medizinische Kenntnisse laufen allerdings Gefahr, auf solche Versprechungen hereinzufallen und diese teuer zu bezahlen.

    Die “Heilung” der Patienten durch die Dorn-Methode geschieht vielfach durch Suggestion angeblich wieder in die richtige Position manövrierter Körperteile, Knochen oder Gelenke. Tatsächlich kann auch die Dorn-Methode manchen Behandlungserfolg für sich verbuchen. Dies erklärt sich jedoch nicht durch die Anwendung fachkundiger Behandlungshandgriffe, sondern vielmehr auf der Grundlage des allseits bekannten Placebo-Effektes. Ihre größten Erfolge erzielt die Dorn-Methode daher bei Patienten mit psychosomatischen Beschwerden oder Hypochondern, die sich voller Vertrauen in die Hände eines Dorn-”Therapeuten” begeben. Glaube versetzt bekanntlich Berge und welcher arglose Patient ist nicht überglücklich, wenn man ihm überzeugend versichert, man habe ihm soeben sein zuvor luxiertes Hüftgelenk wieder in die Gelenkpfanne befördert?

    Seriöse medizinische Fachfortbildungen sind üblicherweise sehr zeit-, lern- und kostenaufwendig und werden daher nur von Angehörigen anerkannter Heilberufe oder Ärzten besucht, auf deren professionellen Kenntnisstand sie aufbauen. So hat beispielsweise die Manuelle Therapie als eine der bedeutendsten Fortbildungen für Physiotherapeuten einen Ausbildungsumfang von 260 bis 350 Stunden, nach denen sie mit einer sehr umfangreichen und staatlich anerkannten Prüfung abschließt. Bei der Dorn-Methode handelt es sich hingegen lediglich um eine Kurzausbildung bei der pseudomedizinisches Halbwissen innerhalb eines einzigen Tages an leichtgläubige Laien vermittelt wird. Allein dies offenbart schon die Absurdität des ganzheitlichen Anspruches der Dorn-Methode und ihrer anmaßenden Verknüpfung mit Elementen der traditionellen chinesischen Medizin. Schon gar nicht läßt sich in derart kurzer Zeit die Komplexität der Wirbelsäule mit ihren vielfachen biomechanischen Besonderheiten vermitteln.

    Viele Anwender der Dorn-Methode bezeichnen sich selbst als Wirbelsäulenspezialisten und rühmen sich gern ihrer angeblichen Erfolgsquote von 100%. Trotz oder vielleicht gerade wegen ihres fehlenden Wissens glauben Sie felsenfest an die Theorien von Dieter Dorn und verteidigen diese tapfer mit des Slogan “Wer heilt, hat Recht!”. Fachliche Argumente können Dorn-Anhänger für ihr Tun nicht liefern, da es ihnen hierzu am medizinischen Sachverstand fehlt. Natürlich gibt es auch zahlreiche Dorn-Anwender mit profunden medizinischem Kenntnissen. Diesen ist selbstverständlich bewusst, dass es sich bei der Dorn-Methode um Hokuspokus handelt. Andererseits wollen diese geschäftstüchtigen Therapeuten nicht auf die leicht verdienten Zusatzeinnahmen verzichten. Viel zu viele Patienten sind auf der Grundlage der von Herrn Fliege angefachten Nachfrage bereit, sehr viel Geld für eine Dorn-Behandlung auszugeben, da sie annehmen, dass es sich hierbei um eine seriöse Behandlungsmethode handelt.

    Zusammenfassend kann man also festhalten, dass die Dorn-Methode in die Kategorie “Laien-Medizin” ohne medizinisch-wissenschaftlichen Hintergrund fällt. Schon allein aus diesem Grund muss sie von jedermann abgelehnt werden, der einen staatlich anerkannten Gesundheitsberuf erlernt hat und diesen ausübt. Wir sind aufgrund unserer staatlich geregelten Aus- und Weiterbildung im Besitz der Zulassung aller Kostenträger, die uns auf der Grundlage der von uns nachgewiesenen Fachkenntnisse ihr Vertrauen schenken. Unsere Zulassung erstreckt sich allein auf solche Maßnahmen, die in ihrer Anwendung von den Krankenkassen wegen ihrer nachgewiesener Wirkmechanismen anerkannt sind. Methoden, die in die Kategorie Wunderheilung, Geistheilung oder Esoterik einzuordnen sind, zählen nicht zu den von den Krankenkassen anerkannten Maßnahmen. Deren Anwendung auf eine Verordnung über eine gesetzlich anerkannte Therapieleistung, wie z. B. “Krankengymnastik”, “Manuelle Therapie” oder “Massage” käme einem Betrug gleich und hätte den Entzug der Kassenzulassung zur Folge. Physiotherapeuten und Masseure, die dies anders sehen, müssen dies vor ihrem eigenen Gewissen und ggf. gegenüber den Krankenkassen verantworten, wenn sie sich hierbei erwischen lassen.


Wir können es nicht guten Gewissens verantworten, unseren Patienten etwas als “Therapie” zu verkaufen, von dem wir wissen, dass es im Prinzip nichts anderes als Beutelschneiderei ist!
 

     

So, liebe Besucher dieser Seite, jetzt kennen Sie unseren Standpunkt zur Dorn-Methode. Da das Internet ein schnelllebiges Medium ist, in dem man gern über längere Texte hinwegklickt, sind die Ausführungen dieser Seite bewußt plakativ und verkürzt gehalten. Sofern ich vielleicht Ihre Neugier über die wahren Hintergründe der Dorn-Therapie geweckt haben sollte und Sie sich deswegen gern intensiver mit dieser Thematik auseinandersetzen möchten, erfahren Sie viele Einzelheiten rund um dieses leidige Thema

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